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Der erste Teil in Harsewinkel ist vollbracht, das Finale folgt an gleicher Stelle im September.

Traditionell wurde auch in diesem Jahr der Rennzirkus um die Internationale Deutsche Meisterschaft im Supermoto mit Startern aus 10 Ländern auf der spektakulären Sandbahn in Harsewinkel eröffnet.

Nachdem es ab Ende der letzten Saison die ein oder andere Diskussion über den Fortbestand der IDM gegeben hatte, über den Winter neue Ideen entwickelt und neue Wege beschritten werden sollten, durfte man gespannt sein, was aus all den Plänen und Neuerungen denn tatsächlich geworden ist. Auf den ersten Blick war von Neuerungen jedoch nicht viel zu bemerken: Kuchenstand -zum Glück- nach wie vor vorhanden und am gleichen Ort, genau wie Grillstand und Getränkewagen. Rennbüro, Fahrerlager, Vorstart: alles beim Alten. Bei Supermoto IDM Harsewinkel 2019 StartbogenSupermoto IDM Harsewinkel 2019 Podestgenauerem Hinsehen fiel eine verkleinerte Bühne,der ebenfalls verkleinerte Startbogen sowie ein verkleinertes Aufbauteam auf. Und das Fehlen einiger bekannter Gesichter natürlich: Markus Class, Markus Volz und André Plogmann sind in dieser Saison beispielsweise nicht mehr dabei, Marcus Haas von MH-Motorräder orientiert sich ebenfalls im Moment anderweitig und auch Ü40-Urgestein Harro Wirtz hat dem aktiven Supermotogeschehen – zunächst jedenfalls – den Rücken gekehrt. Ansonsten: nix Neues im Westen. Osterferien und das relativ unerfreuliche Wetter mochten dazu beigetragen haben, dass auch die Besucherresonanz unterhalb des sonst in Harsewinkel üblichen Rahmens blieb. Aber egal: Supermotoauftakt bleibt Supermotoauftakt, und in diesem Sinne herrschte im Fahrerlager die übliche geschäftige Anspannung, die mit dem Ende der Winterpause und dem ersten ernsthaften Kräftemessen der Saison immer einhergeht. Marc-Reiner Schmidt als amtierender Deutscher Meister war zum Saisonauftakt aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nicht mit am Start, so dass gefachsimpelt werden durfte, wer in welcher Reihenfolge an diesem Wochenende in der S1 auf dem Podium stehen und sich einen komfortablen Punktevorsprung auf dem Weg zur Meisterkrone erarbeiten würde.

Der Samstag verlief aprilmäßig kühl und verregnet und stellte mit rutschiger Strecke während der Trainings für die Fahrer eine besondere Herausforderung dar. In der Quali der S1 sicherte sich Simon Vilhelmsen die Pole Position vor Bernhard Hitzenberger, Petr Vorlicek, und Hampus Gustavson. Vilhelmsen, der nach einem Sturz zu Beginn der Saison 2018 während der gesamten Rennen nicht recht zu seiner Form finden konnte, war nach der erfolgreichen Quali für die Rennen am Sonntag optimistisch: „Die Strecke war gestern nicht ganz einfach zu fahren, aber mein Bike hat in diesem Jahr ein extrem gutes Set Up, sodass ich trotz schlüpfriger Strecke sehr guten Grip in den Trainings hatte und in der Quali die schnellste Runde hinlegen konnte“.
Bernhard Hitzenberger hatte bei den Trainings so seine Schwierigkeiten: „Bei den freien Trainings gestern hat es für mich überhaupt nicht funktioniert, deshalb habe ich mir für die Quali eigentlich gar keine großen Chancen auf einen der vorderen Plätze ausgerechnet. Ich bin dann auch einfach Runde um Runde gefahren, ohne überhaupt auf die Rundenzeiten zu achten, das Motorrad hat perfekt funktioniert und dann ist zum Schluss der zweite Startplatz dabei herausgekommen.

Ich bevorzuge eigentlich definitiv trockene Strecken, gestern war es nass, heute trocken, mal sehen, was dabei herauskommt. Mein Ziel ist für heute ist auf jeden Fall ein guter Start, oben bleiben, und möglichst Top 3. Ob´s funktioniert, sehen wir dann".

Supermoto IDM Harsewinkel 2019 Simon Vilhelmsen noch vor Andy Buschberger Simon Vilhelmsen führte nach dem Start des ersten Rennens das Fahrerfeld zunächst vor Petr Vorlicek und Andreas Buschberger an, musste die Führung aber schon nach der ersten Runde an Buschberger abtreten. Bernie Hitzenberger konnte seinen Vorsatz für einen guten Start nicht umsetzen und fiel beim Start um zwei Plätze zurück. Der Patzer war aber schnell ausgebügelt, bereits in der zweiten Runde zog er zunächst an Vorlicek und in einem Aufwasch auch an Vilhelmsen vorbei, während dieser versuchte, sich die Führung von Buschberger zurückzuholen. Das Führungstrio mit Buschberger an der Spitze, gefolgt von Hitzenberger und Vilhelmsen setzte sich in den folgenden Runden leicht aber komfortabel vom Verfolgerfeld ab, ohne dass sich über den Rennverlauf nennenswerte Chancen auf Positionswechsel ergeben hätten. Dahinter zog auch Vorlicek ungefährdet seine Runden, weiter hinten jedoch ging es etwas turbulenter zu: Toni Krettek verteidigte die fünfte Position gegen Jan Deitenbach, allerdings nur so lange, bis ihm im letzten Drittel des Rennens das Vorderrad Supermoto IDM DM Harsewinkel 2019 Toni Krettek noch vor Jan Deitenbachwegklappte und er damit seine Position an Deitenbach verlor. Steffen Albrecht hatte sich währenddessen von der 11. Startposition Stück für Stück nach vorne bis auf die sechste Position vorgearbeitet und behielt diese bis zum Ende des Rennens bei.
Schlussendlich gewann Andi Buschberger den 1. Lauf der S1 vor Bernie Hitzenberger und Simon Vilhelmsen.
„Nach dem Start war ich kurz an dritter Position, kam an Petr Vorlicek aber schnell vorbei und habe gemerkt, dass ich vom Speed her noch etwas zulegen kann. Nachdem ich an Simon Vilhelmsen auch vorbei war habe ich ein paar Linien ausprobiert und schließlich eine gefunden, auf der dann auch niemand mehr an mir vorbeiziehen konnte. Danach konnte ich das Rennen eigentlich sehr relaxed nach Hause fahren“.
Auch Bernie Hitzenberger war mit seinem Erfolg sichtlich zufrieden: „Der Start ist für mich zwar nicht so gut verlaufen, aber ich habe gleich geschaut, dass ich an meinem Vordermann vorbeikomme, habe mich innen reingebremst und konnte auch gleich die Lücke zu Simon schließen. Als Simon dann den Andy Buschberger zu attackieren versuchte, habe ich die Gelegenheit genutzt um mich an Simon vorbeizuschieben. Ich habe auch noch versucht, gehörig Druck auf die Spitze zu machen, aber wenn Andy dort keine Fehler macht, dann kommt Supermoto IDM Harsewinkel 2019 Kein Weg vorbei an BuschbergerSupermoto IDM Harsewinkel 2019 Berni Hitzenberger am Zielman eben nicht vorbei. Trotzdem bin ich mit meinem 2. Platz absolut zufrieden, das erste Mal auf dem Podest der S1 in Deutschland, und besser hätte es gar nicht anfangen können“.

Sehr enttäuscht zeigte sich Simon Vilhelmsen: „Ich hatte einen guten Start, habe dann aber viel zu lange gebraucht, um meine Pace zu erreichen. Ich bin nicht glücklich über den Verlauf, hatte viel mehr erwartet und beim nächsten Mal muss es auf jeden Fall besser laufen.“

Beste Voraussetzungen hierfür schaffte Vilhelmsen jedenfalls auch beim Start des zweiten Laufs: mit einem Holeshot setzte er sich erneut an die Spitze des Fahrerfeldes vor Petr Vorlicek und konnte sich diesmal auch binnen kurzem leicht von seinen Verfolgern absetzen. Während Hitzenberger diesmal beim Start glücklos war und nach einem Sturz zusätzlich zurückfiel machte Max Banholzer von der 8. Startposition aus einen spektakulären Satz nach vorn auf Position 3 und lieferte sich dort heiße Positionskämpfe mit Andy Buschberger, der seine Position im Verlauf des Rennens allerdings an Steffen Albrecht abgeben musste. Zwischen all dem jungen Gemüse zog Altmeister Petr Vorlicek, der als einziger Fahrer für den 2. Supermoto IDM Harsewinkel 2019 Podium im Rücken Max Banholzer auf P3 Lauf auf Regenreifen vorn gesetzt hatte, auf Position 2 ganz gelassen seine Runden und ging auf dieser Position ebenso gelassen schließlich hinter Simon Vilhelmsen durchs Ziel. Max Banholzer verteidigte erfolgreich gegen Buschi und landete damit auch sein erstes Podium in der S1 und war darüber fast ein wenig sprachlos: „Dieses Jahr ist mein drittes Jahr in der S1, und dass ich gleich am ersten Renntag der Saison auf dem Podium stehen darf, das fühlt sich so richtig gut an. Für den Rest der Saison darf das gerne so weiter gehen“.

Simon Vilhelmsen brachte im zweiten Lauf seinen Sieg ungefährdet nach Hause, und auch für ihn darf die Saison gerne so weiter gehen: „Das erste Rennen war wirklich schwierig für mich, weil ich mit meinem Regensetting unterwegs war. Ich dachte, dass wäre die richtige Entscheidung gewesen, aber damit lag ich leider falsch. Der Track war weniger schlüpfrig als vermutet, so dass das gesamte Fahrverhalten etwas instabil wurde und das macht es natürlich schwierig, das Tempo zu halten. Aber ich habe aus dem Fehler gelernt, für den 2. Lauf haben wir die Federung gestrafft, so dass ich mehr Tempo aufbauen und gewinnen konnte. Ich hoffe, dass es für den Rest der Saison ebenso gut läuft“.

Petr VoSupermoto IDM Harsewinkel 2019 Petr Vorlicek setzt auf Regenrlicek kommentierte seinen zweiten Platz mit dem üblichen breiten Grinsen: „Das Rennen hat mir einen Riesenspass gemacht, definitiv glücklich bin ich natürlich über meinen zweiten Platz. Ich habe bisher nicht so viel trainiert wie sonst, und ich hatte bisher auch noch nicht wirklich viel Gelegenheit, mich an meine neuen Reifen zu gewöhnen. Ich muss meinen Fahrstil ganz sicher noch etwas mehr umstellen, insbesondere bei sehr trockenen Streckenverhältnissen. Ganz zu Anfang bin ich sogar häufiger gestürzt, so dass ich für dieses Wochenende entschieden habe, das Ganze recht langsam und vorsichtig angehen zu lassen, damit ich mich nicht hinlege. Das war eigentlich mein Hauptziel, und dass es jetzt fürs Podium gereicht hat, ist einfach nur genial. Für die Saison wünsche ich mir, dass alles so läuft, wie es laufen sollte und bei den Rennen für mich der Spaß am Racing im Vordergrund steht. Die Strecke hier in Harsewinkel war auch an diesem Wochenende wieder perfekt vorbereitet, trotz des Regens wurde hier wieder alles versucht, um die Strecke so griffig wie möglich zu präparieren, so dass sie sich trotz des Regens relativ leicht fahren ließ. Die Jungs haben, wie immer, einen tollen Job gemacht, und deshalb tritt das ein oder andere, über das man sich geärgert hat, nicht ganz, aber zumindest etwas in den Hintergrund.“

Supermoto IDM Harsewinkel 2019 Steffen AlbrechtEin Pechvogel des Tages war zweifellos Steffen Albrecht: in beiden Rennen glänzte er durch eine beachtliche Leistung. Von der 11. Startposition startend hatte er sich im ersten Rennen bis auf Platz sechs, im zweiten Rennen bis auf Platz vier vor Andy Buschberger vorgearbeitet, der sich damit aber nicht abfinden mochte. Nach einem Überholversuch Buschbergers in der allerletzten Kurve vor der Zieldurchfahrt ging Albrecht kurz zu Boden, rappelte sich zwar sogleich wieder auf, hatte aber auf den wenigen Metern bis zum Ziel keine Chance mehr, die verlorenen Plätze wieder aufzuholen, und ging deshalb als 8. durchs Ziel.

Der erste Renntag der Saison 2019 ist damit Geschichte, die Jagd auf Punkte eröffnet. Der nächste Renntag findet am Wochenende 11./12.05. auf dem Flugplatz in Großenhain statt, allerdings ohne RD-Foto.
Die „Mutter“ aller Supermoto-IDM Veranstaltungen St Wendel feiert am 25./26.05.19 ihren 18. Geburtstag, der mit freiem Eintritt, fetter Party am Samstag und lecker Kuchen gebührend begangen werden wird.

Wer also schon immer mal Bock darauf hatte, Supermoto in Deutschland von seiner allerbesten Seite kennenzulernen, der sollte sich diese Gelegenheit auf keinen Fall entgehen lassen.

Zu guter Letzt: am 26.05. ist Europawahl, deshalb nicht vergessen, rechtzeitig Eure Briefwahlunterlagen anzufordern und Eure Stimme abzugeben!

Herzlichst

Euer RD-Foto

 

 

RD Foto: Fotos und Mehr.........., Alles um Motorräder, speziell Supermoto, Supermotard, MotoCross und Superbike