Anders als beim letztjährigen Finale an gleicher Stelle meinte es das Wetter in diesem Jahr gut mit den Teilnehmern: überwiegend sonnig, nicht zu warm, nicht zu kalt; gerade richtig für das Finale zur Supermoto IDM 2026 am ersten Oktoberwochenende.
Trotz anfangs nicht uneingeschränkt positiver Resonanz hat sich das in dieser Saison neu eingeführte Format `Superpole´ etabliert und bietet insbesondere für die Zuschauer ein besonderes Spannungselement. Was jedoch für das neue Jahr sicherlich diskutabel ist, ist die Anzahl der Teilnehmer. Durch die 6 Teilnehmer gerät das eigentliche Qualifying etwas ins Hintertreffen und die Protagonisten taktieren dabei zu viel im Hinblick auf die Superpole.
Die Poleposition sicherte sich am Samstagnachmittag Jan Deitenbach vor Colin Beischroth, Peter Banholzer, Paul Müller, Yevsevii
Kovalov und Bernhard Hitzenberger. Letzterer, den vor dem Finale lediglich 8 Punkte in der Gesamtwertung von seinem direkten Konkurrenten um den Meistertitel, Peter Banholzer trennten, hatte im Qualifying einen Sturz hingelegt, konnte aber dennoch bei der Superpole mitmischen. Für Jan Deitenbach bestand aufgrund verletzungsbedingter Ausfälle an den letzten Renntagen keine Chance mehr auf einen Platz auf dem Meisterpodium und auch der bis dahin Dritte der Gesamtwertung, Max Orbanz, konnte sich mit einer Differenz von 30 Zählern auf Platz 2 keine ernsthaften Hoffnungen auf den Meister- oder Vizemeistertitel machen. Für Hitzenberger und Banholzer würde es also bei den beiden Finalläufen um die Wurscht gehen, spannender kann sich ein Finale kaum präsentieren.
Den Start des 1. Laufs sicherte sich Jan Deitenbach vor Bernhard Hitzenberger, Paul Müller und Colin Beischroth. Peter Banholzer folgte
auf Platz 5. Bereits kurz nach dem Start ging Hitzenberger an Deitenbach vorbei an die Spitze, Colin Beischroth verbesserte sich im Zug des Scharmützels um die Führung auf die 3. Position hinter Deitenbach, der ab der dritten Runde erneut die Führung übernahm und sich in der Folge souverän von seinen Verfolgern absetzte. Paul Müller, der zunächst gut unter den ersten Fünf mithielt, rollte das Rennen nach einem Sturz im Off Road von hinten auf,
Hitzenberger hielt sich zunächst auf Position 2, fiel in der fünften Runde aber auf Position vier zurück, Beischroth übernahm die zweite Position vor Peter Banholzer auf Drei und Bernie Hitzenberger. Für den Rest des Rennverlaufs änderte sich an den Positionen des Spitzenquartetts nichts mehr, Deitenbach gewann den ersten Lauf souverän, gefolgt von Colin Beischroth, Peter Banholzer und Bernie Hitzenberger, für den damit der Weg zum Titel ein Stück weit wackliger wurde. Die Anspannung war Bernie nach dem Rennen dann auch anzumerken: „Hätte besser laufen können. In der Quali habe ich im Off Road probiert die Außenlinie zu nehmen, die diesmal halbwegs ordentlich geschoben war so dass man mit ausreichend Speed durchkommen konnte. Trotzdem war das mit sehr viel Risiko verbunden, weil immer noch viele Schläge im Anleger vorhanden sind. Das ist mir zum Verhängnis geworden. Ich habe zwar eine richtig schnelle Runde zusammengebracht, aber dann habe ich im Anleger einen zweiten Abflug gemacht. Vorher hatte ich aufgrund eines Fahrfehlers schon einen in der langen Links, da ist aber nix weiter passiert, aber der zweite hat dann schon gut weh getan. Im Rennen hab ich auf der Start/Ziel gemerkt dass Colin hinter mir war, und bevor ich was riskiere -immerhin ging
es um die Meisterschaft- hab ich lieber aufgemacht. Der Peter ist dann auch gleich mit durchgeschlüpft und ich hab mir gedacht, dann isses eben so. Er hat damit zwei Punkte aufgeholt, aber wenns im zweiten Rennen auch so läuft, dann reicht es für mich immer noch.“
Auch der Start des zweiten Rennens ging klar an Jan Deitenbach, zunächst gefolgt von Bernie Hitzenberger, Peter
Banholzer, Colin Beischroth und Paul Müller. Schon kurz darauf ging Banholzer an Hitzenberger vorbei auf die Zweite und war sichtlich motiviert diese Position für den Rest des Rennens zu halten. Beischroth heftete sich derweil an Hitzenbergers Fersen der alle Hände voll zu tun hatte den an seinem Hinterrad klebenden Verfolger in Schach zu halten. In der achten Runde schließlich waren Beischroths Bemühungen von Erfolg gekrönt; er ging an Hitzenberger vorbei auf die dritte Position. Damit war es mit dem
Verteidigen für Titelanwärter Hitzenberger aber noch nicht vorbei. Paul Müller verringerte seinen Abstand auf Hitzenberger kontinuierlich und baute nun seinerseits erheblichen Druck auf Bernhard Hitzenberger auf und versuchte mehrfach vergeblich an diesem vorbeizukommen. Bernie hielt verbissen Stand und ging schließlich als Vierter durchs Ziel.
Jan Deitenbach gewann erneut souverän vor dem nicht minder souveränen Peter Banholzer dem trotz aller Mühe und zwei Podiumsplätzen beim Finale die Meisterkrone in diesem Jahr versagt blieb. Auch wenn der Titel des Vizemeisters nicht Nichts ist, ein wenig Enttäuschung schwingt dann doch mit: „Das Wochenende ist eigentlich super gestartet, ich war in allen Trainings und Zeittrainings immer eine halbe Sekunde schneller als Bernie. Die Rennen waren eigentlich auch ganz okay, im ersten
Rennen habe ich leider den Start etwas verschlafen, sonst hätte ich da auch schon Zweiter werden können. Danach war ich Ewigkeiten am Colin auf der Zweiten dran, hab dann aber leicht abreißen lassen. Im zweiten Rennen hab ich einen besseren Start erwischt, war dann gleich hinterm Bernie, den ich eine Runde später auch überholen und ein wenig Puffer herausfahren konnte. Leider hat´s trotz allem nicht gereicht. Wäre die Auftaktveranstaltung in diesem Jahr für mich nicht so ungünstig verlaufen hätte es wahrscheinlich anders ausgesehen. Aber nach der Meisterschaft ist ja bekanntlich vor der Meisterschaft und im nächsten Jahr geht´s dann wieder los. Ich will mich ja schließlich nur um einen einzigen Platz verbessern, das sollte ja irgendwie machbar sein“, war mit einem Schmunzeln sein abschließendes Resümee.
Als Dritter im letzten Rennen der Saison stand Colin Beischroth auf dem Podium.
Der Meistertitel geht in diesem Jahr somit an Bernhard Hitzenberger: „Jetzt ist der Stress endlich abgefallen, ich bin Meister und das ist
einfach genial. Ich habe innen versucht komplett zu zu machen, bin immer Kampflinie gefahren und versucht, das Ding heim zu bringen. Am Ende hat sich das ausgezahlt und darüber bin ich megahappy. Fürs nächste Jahr habe ich noch keine konkreten Pläne, ich werde aber auf jeden Fall weiterfahren. Ob in Österreich, Deutschland oder der Schweiz, die von der Entfernung her für mich keinen Unterschied zu Deutschland macht, weiß ich noch nicht. Mal sehen was sich ergibt.“
Jan Deitenbach, der quasi außer Konkurrenz am Start war, freute sich nach den Tiefschlägen der letzten Wochen über zwei sehr souveräne Siege: „Zu Beginn des Rennens habe ich einen kleinen Fehler gemacht, sodass Bernie vorbeikonnte.
Dagegenhalten wollte ich nicht, weil ich mich in den Kampf zwischen Bernie und Peter nicht einmischen wollte, deshalb habe ich zwei/drei Runden abgewartet bis ich sauber in eine Lücke reinstechen konnte. Danach habe ich mein Rennen gefahren. Nachdem ich kurz vor Ende 3 Sekunden Vorsprung angezeigt bekam habe ich dann etwas den Speed herausgenommen. Colin war superstark unterwegs und weil ich vorletzte Woche noch einen ziemlichen Crash hingelegt habe und mir immer noch die Knochen ordentlich weh tun, kam es mir gelegen, dass ich es gegen Ende etwas ruhiger angehen lassen konnte. Mit dem Tag heute bin ich super zufrieden, vor allem, weil ich nach den persönlichen Angriffen nach dem letzten Wochenende zeigen konnte, dass ich doch noch Motorrad fahren kann. Letztes Wochenende habe ich mein bestes gegeben, es sollte einfach nicht sein. Umso mehr freue ich mich, dass heute alles gepasst hat.“
Bernhard Hitzenberger ist also der Internationale Deutsche Meister der Supermotosaison 2026, der Titel des Vizemeisters geht an Peter Banholzer, Dritter im Bunde ist Max Orbanz, der bei den Nations am letzten Wochenende mit dem Juniorteam Zweiter wurde: „Ich bin mit dem dritten Platz in der Meisterschaft super zufrieden, es lief einwandfrei und ich kann mich über gar nichts beschweren. Ein herzlicher
Dank geht deshalb an meine Sponsoren, meine Familie und meine Freundin natürlich und alle, die mich in dieser Saison unterstützt haben. Ich habe eine sehr solide Saison hinter mir, Vizemeister bei den Nations mit meinen Kumpels Paul und Eddy. Die Saison hätte nicht viel besser laufen können. Ich fahre jetzt im dritten Jahr in der S1, im ersten Jahr war ich bester Rookie, das zweite Jahr würde ich als `Findungsphase´ bezeichnen, und dieses Jahr hats schon mit dem Meisterpodium geklappt, und darauf bin ich sehr stolz. Mein Ziel fürs nächste Jahr ist natürlich wieder Podium, aber das deutsche Fahrerfeld ist sehr stark; in diesem Jahr hatten Jan und Colin u.a. verletzungsbedingte Ausfälle, wären die beiden komplett mitgefahren, wäre es für mich sehr schwer geworden. Aber natürlich ist mein Ziel für nächstes Jahr klar, und darum werde ich kämpfen, auch wenn die beiden mitfahren.“ Mit diesem erfrischenden und ehrlichen Worten von Max schließe ich die Berichterstattung über die Supermoto IDM 2026 und hoffe auf ein gesundes Wiedersehen in 2027. (https://www.rd-foto.net/8-supermoto/177-supermoto-idm-dm-idsm-terminkalender-termine-2027)
RD Foto: Fotos und Mehr.........., Alles um Motorräder, speziell Supermoto, Supermotard, MotoCross und Superbike
